Kalenderwissen
Schaltjahr 2028: Warum es den 29. Februar gibt
2028 ist ein Schaltjahr, der 29. Februar fällt auf einen Dienstag. Der Zusatztag gleicht aus, dass die Erde für einen Umlauf um die Sonne knapp sechs Stunden länger braucht als 365 Tage.
Der nächste Schalttag. Danach folgen 2032, 2036 und 2040 im gewohnten Vierjahresrhythmus.
So viele Schaltjahre enthält der gregorianische Kalender in 400 Jahren. Drei fallen bewusst aus.
Länge des tropischen Jahres. Das sind 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und rund 45 Sekunden.
Ist 2028 ein Schaltjahr?
Ja. 2028 ist durch vier teilbar und kein Jahrhundertjahr, damit greift die Grundregel ohne Ausnahme. Der Februar 2028 hat 29 Tage, das Jahr insgesamt 366.
Die nächsten Schaltjahre nach 2028 sind 2032, 2036 und 2040. Der Rhythmus bleibt bis zum Ende dieses Jahrhunderts stabil. Erst 2100 wird es interessant, denn dieses Jahr fällt trotz Teilbarkeit durch vier aus der Reihe. Der letzte solche Ausfall liegt lange zurück: 1900 war kein Schaltjahr, das Jahr 2000 dagegen schon.
Die drei Regeln, mit denen du jedes Jahr prüfst
Der gregorianische Kalender arbeitet mit einer Kaskade aus drei Bedingungen. Du gehst sie der Reihe nach durch und hörst auf, sobald eine greift.
- Ist das Jahr durch 4 teilbar? Wenn nein, ist es ein normales Jahr mit 365 Tagen.
- Ist es zusätzlich durch 100 teilbar? Dann ist es normalerweise kein Schaltjahr.
- Ist es außerdem durch 400 teilbar? Dann ist es doch ein Schaltjahr.
Am schnellsten begreift man das an Beispielen. Die Tabelle rechnet vier Jahre durch, bei denen sich die Regeln unterscheiden.
| Jahr | durch 4? | durch 100? | durch 400? | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|
| 2027 | nein | nein | nein | kein Schaltjahr |
| 2028 | ja | nein | nein | Schaltjahr |
| 1900 | ja | ja | nein | kein Schaltjahr |
| 2000 | ja | ja | ja | Schaltjahr |
| 2100 | ja | ja | nein | kein Schaltjahr |
| 2400 | ja | ja | ja | Schaltjahr |
Unterm Strich entfallen in 400 Jahren drei der 100 rechnerischen Schaltjahre. Übrig bleiben 97. Die mittlere Länge eines Kalenderjahres beträgt damit 365,2425 Tage.
Warum das Sonnenjahr nicht 365 Tage hat
Die Erde richtet sich nicht nach unserem Kalender. Ein Umlauf um die Sonne, gemessen von Frühlingspunkt zu Frühlingspunkt, dauert 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und rund 45 Sekunden. Astronomen nennen das tropisches Jahr.
Diese knapp sechs Stunden pro Jahr summieren sich. Nach vier Jahren fehlt fast ein ganzer Tag. Genau den schiebt der Schalttag wieder ein. Ohne ihn würde der Kalender wandern, und zwar spürbar: Nach 128 Jahren läge der astronomische Frühlingsanfang einen Tag früher, nach rund 700 Jahren läge Weihnachten im Herbst. Wann die Jahreszeiten astronomisch wirklich beginnen, zeigt der Beitrag zum Beginn der Jahreszeiten.
Der Sprung von 1582: als zehn Tage verschwanden
Der Julianische Kalender, eingeführt 45 vor Christus unter Julius Caesar, schaltete stur alle vier Jahre. Sein Jahr war damit 365,25 Tage lang und knapp elf Minuten zu lang. Pro 128 Jahre lief so ein voller Tag auf.
Bis 1582 hatte sich die Differenz auf zehn Tage summiert. Die Frühlingstagundnachtgleiche fiel bereits auf den 11. März, obwohl das Konzil von Nicäa im Jahr 325 den 21. März festgelegt hatte. Weil daran die Osterrechnung hängt, war das ein kirchliches Problem. Papst Gregor XIII. ließ die zehn Tage deshalb ersatzlos streichen. Auf Donnerstag, den 4. Oktober 1582, folgte unmittelbar Freitag, der 15. Oktober 1582. Die Abfolge der Wochentage blieb dabei unangetastet.
| Kalender | Mittlere Jahreslänge | Abweichung vom Sonnenjahr | Ein Tag Fehler nach |
|---|---|---|---|
| Julianisch | 365,25 Tage | rund 11 Minuten zu lang | etwa 128 Jahren |
| Gregorianisch | 365,2425 Tage | rund 27 Sekunden zu lang | etwa 3231 Jahren |
Der Restfehler ist damit so klein, dass erst um das Jahr 4813 wieder ein Schalttag ausfallen müsste. Für die Osterberechnung nach heutigem Stand spielt er keine Rolle mehr, wie der Beitrag zum Berechnen des Osterdatums zeigt.
Am 29. Februar geboren: wann Schaltjahrkinder Geburtstag haben
Rechnerisch fällt der 29. Februar auf einen von 1461 Kalendertagen. Gefeiert wird meist am 28. Februar oder am 1. März, das ist reine Familiensache. Rechtlich sieht die Sache klarer aus, als viele denken.
Das Bürgerliche Gesetzbuch regelt in § 188 Absatz 3, wie Fristen enden, die nach Monaten oder Jahren bemessen sind. Der Wortlaut: Fehlt im letzten Monat der für den Ablauf maßgebende Tag, endet die Frist mit dem Ablauf des letzten Tages dieses Monats. Für Altersfristen bedeutet das in einem normalen Jahr: Der maßgebende Zeitpunkt ist der 28. Februar. Wer am 29. Februar 2008 geboren wurde, war damit am 28. Februar 2026 volljährig, denn 2026 hat keinen 29. Februar. Fällt der Jahrestag dagegen in ein Schaltjahr, gilt der 29. Februar selbst.
Das ist eine Einordnung und keine Rechtsberatung. Ob eine konkrete Frist so läuft, hängt am Einzelfall, und im Streit entscheidet die zuständige Behörde oder das Gericht.
Die Schaltsekunde und warum sie verschwindet
Neben dem Schalttag gibt es einen zweiten Korrekturmechanismus, der weit weniger bekannt ist. Die Erde dreht sich um sich selbst minimal langsamer als die Atomuhren annehmen. Deshalb wird gelegentlich eine Schaltsekunde in die koordinierte Weltzeit eingefügt.
Anders als der Schalttag folgt sie keinem Muster. Die Erdrotation schwankt unregelmäßig, also entscheidet der Internationale Dienst für Erdrotation und Referenzsysteme jeweils bei Bedarf. In den 1980er und 1990er Jahren fiel im Schnitt etwa alle 18 Monate eine an, im 21. Jahrhundert deutlich seltener. 2020 drehte sich die Erde sogar zeitweise schneller als erwartet.
Für Rechenzentren, Börsen und Navigationssysteme ist jede eingeschobene Sekunde ein Risiko. Deshalb wird angestrebt, die Schaltsekunde mittelfristig abzuschaffen, als Zielmarke gilt das Jahr 2035. Der Schalttag bleibt davon unberührt, er hat mit der Erdrotation nichts zu tun.
Häufige Fragen
Ist 2028 ein Schaltjahr?
Welche Schaltjahre kommen nach 2028?
Warum war 2000 ein Schaltjahr, 1900 aber nicht?
Wann werden am 29. Februar Geborene volljährig?
Wie viele Tage hat das Jahr 2028?
Angaben zum tropischen Jahr und zur gregorianischen Schaltregel nach astronomischer Standardliteratur. Gesetzestext nach der amtlichen Fassung des BGB. Angaben ohne Gewähr.