
Kalender Zeit
Jahreszeiten-Beginn: Kalendarisch vs. meteorologisch
Frühling, Sommer, Herbst und Winter beginnen zweimal – je nachdem, ob du den astronomischen oder den meteorologischen Kalender fragst. Hier erfährst du, was Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen bedeuten und welche Termine 2026 gelten.
Warum beginnt der Frühling für Astronomen erst am 20. März, während er im Wetterbericht schon am 1. März startet? Die Antwort liegt darin, dass es nicht nur einen, sondern zwei offizielle Jahreszeiten-Kalender gibt – einen kalendarischen (astronomischen) und einen meteorologischen. Beide Systeme sind korrekt, folgen aber unterschiedlichen Logiken: Das eine richtet sich exakt nach der Stellung der Erde zur Sonne, das andere nach vollen Kalendermonaten, damit Wetterstatistiken über Jahrzehnte vergleichbar bleiben. In diesem Ratgeber erfährst du, was Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen bedeuten, welche Termine 2026 gelten und warum dir je nach Quelle unterschiedliche Start-Daten begegnen.
Zwei Kalender, zwei Jahreszeiten-Beginne
Der kalendarische, auch astronomisch genannte Beginn einer Jahreszeit richtet sich nach der Position der Erde auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne. Maßgeblich sind dabei vier feste Himmelsereignisse im Jahresverlauf: zwei Sonnenwenden und zwei Tagundnachtgleichen. Weil die Erde nicht in exakt 365 Tagen, sondern in rund 365,25 Tagen um die Sonne kreist, verschieben sich diese Zeitpunkte von Jahr zu Jahr geringfügig – deshalb beginnt der astronomische Frühling mal am 19., mal am 20. oder 21. März.
Der meteorologische Beginn ignoriert diese Feinheiten bewusst. Wetterdienste nutzen seit Jahrzehnten feste Monatsgrenzen: Der Frühling beginnt immer am 1. März, der Sommer am 1. Juni, der Herbst am 1. September und der Winter am 1. Dezember. Der Vorteil dieser Regelung ist praktischer Natur: Volle Kalendermonate lassen sich deutlich einfacher statistisch auswerten und über Jahrzehnte vergleichen als Zeiträume mit jährlich wechselndem Start-Tag.
Sonnenwende und Tagundnachtgleiche einfach erklärt
Die vier astronomischen Ereignisse, an denen sich der kalendarische Jahreszeiten-Wechsel orientiert, lassen sich leicht verstehen, sobald du den Grund dahinter kennst: die um rund 23,4 Grad geneigte Erdachse.
Bei einer Sonnenwende, auch Solstitium genannt, erreicht die Sonne ihren höchsten oder niedrigsten Mittagsstand über dem Horizont. Zur Sommersonnenwende im Juni ist der Tag auf der Nordhalbkugel am längsten, zur Wintersonnenwende im Dezember am kürzesten – an diesen Punkten beginnen kalendarisch Sommer und Winter. Bei einer Tagundnachtgleiche, dem Äquinoktium, steht die Sonne senkrecht über dem Äquator, wodurch Tag und Nacht weltweit nahezu gleich lang sind. Das markiert kalendarisch den Start von Frühling und Herbst.
Weil sich die Erde auf einer leicht elliptischen Bahn bewegt und ein Jahr nicht exakt 365 Tage dauert, wandern diese vier Zeitpunkte im Kalender jährlich ein wenig hin und her. Über einen Zeitraum von vier Jahren gleicht sich das durch Schaltjahre wieder weitgehend aus, weshalb sich die Daten meist nur um einen, selten um zwei Tage unterscheiden.

Die geneigte Erdachse ist der eigentliche Grund für Sonnenwenden, Tagundnachtgleichen und damit für den kalendarischen Jahreszeiten-Wechsel.

Zwischen kürzestem und längstem Tag liegen in Deutschland rund acht Stunden Tageslicht – am deutlichsten an den beiden Sonnenwenden.

Meteorologisch beginnt jede Jahreszeit exakt am 1. eines Monats – unabhängig vom tatsächlichen Sonnenstand.
Die Termine für 2026 im Überblick
Für alle, die die astronomischen Zeitpunkte nicht selbst berechnen möchten, hier die wichtigsten Daten für 2026 im direkten Vergleich zwischen kalendarischem und meteorologischem Beginn:
| Jahreszeit | Kalendarisch (astronomisch) 2026 | Meteorologisch |
|---|---|---|
| Frühling | 20. März | 1. März |
| Sommer | 21. Juni | 1. Juni |
| Herbst | 23. September | 1. September |
| Winter | 21. Dezember | 1. Dezember |

Warum Meteorologen einen festen Starttermin nutzen
Dass Meteorologen bewusst auf die krummen astronomischen Daten verzichten, hat einen praktischen Hintergrund: Wetterdienste müssen Temperaturen, Niederschlagsmengen und andere Messwerte über Jahrzehnte hinweg vergleichbar auswerten. Mit jährlich wechselnden Start-Tagen wäre das deutlich aufwendiger, weil jede Saison unterschiedlich viele Tage umfassen würde. Volle Monate mit 30 oder 31 Tagen lassen sich dagegen ohne Umrechnung direkt gegenüberstellen – ein Vorteil, der besonders bei Klimastatistiken über lange Zeiträume ins Gewicht fällt.
Ein weiterer praktischer Punkt: Die meteorologischen Jahreszeiten korrespondieren enger mit dem tatsächlich spürbaren Wettergeschehen. Der kälteste Monat in Deutschland ist im Schnitt der Januar und nicht der späte Dezember – die meteorologische Definition bildet das einfacher ab, weil sie den Winter bereits am 1. Dezember beginnen lässt und damit den gesamten kältesten Zeitraum vollständig erfasst.
Was das für deinen Alltag bedeutet
Für den Alltag spielt der Unterschied selten eine große Rolle – ob du mit dem Frühjahrsputz am 1. oder erst am 20. März beginnst, bleibt dir überlassen. Relevant wird die Unterscheidung eher, wenn du dich zusätzlich an weiteren Naturphänomenen orientierst, etwa an Mondphasen für Gartenarbeiten oder bestimmte Rituale: Wie der Mond den Kalender zusätzlich beeinflusst, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zum Mondkalender.
Auch Feiertage und Brauchtum orientieren sich meist am kalendarischen, also astronomischen Datum – Ostern etwa hängt direkt mit der Frühlings-Tagundnachtgleiche zusammen. Wetterberichte, Klimastatistiken und die Landwirtschaft arbeiten dagegen fast ausschließlich mit der meteorologischen Einteilung, weil sie besser zu Erntezeiten und Vegetationsperioden passt.
Fazit: Zwei Antworten auf eine einfache Frage
Es gibt also nicht die eine richtige Antwort auf die Frage, wann eine Jahreszeit beginnt – es kommt darauf an, wen du fragst. Astronomisch zählt die exakte Stellung der Erde zur Sonne, ausgedrückt durch Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen, die sich jedes Jahr um ein bis zwei Tage verschieben. Meteorologisch zählt dagegen die Praktikabilität: feste Monatsanfänge, die Wetterstatistiken über Jahrzehnte vergleichbar machen. Für 2026 heißt das konkret: Der Frühling startet kalendarisch am 20. März, meteorologisch schon am 1. März – bei den anderen drei Jahreszeiten ist der Abstand ähnlich groß. Wenn du beide Systeme kennst, verstehst du auf einen Blick, warum Wetterbericht und Kalender manchmal unterschiedliche Start-Termine nennen, ohne dass einer von beiden falschliegt.
Warum verschiebt sich der astronomische Jahreszeiten-Beginn jedes Jahr?
Weil die Erde nicht in exakt 365 Tagen, sondern in rund 365,25 Tagen um die Sonne kreist. Der zusätzliche Viertel-Tag summiert sich über vier Jahre zu einem vollen Tag, den Schaltjahre wieder ausgleichen – dazwischen verschieben sich Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen minimal.
Welches Datum gilt in Deutschland offiziell?
Es gibt keine gesetzliche Festlegung. Der Deutsche Wetterdienst nutzt für Statistiken die meteorologische Einteilung mit festen Monatsanfängen, während sich Feiertage und Brauchtum meist am astronomischen, kalendarischen Datum orientieren.
Was ist der Unterschied zwischen Sonnenwende und Tagundnachtgleiche?
Bei der Sonnenwende steht die Sonne am höchsten oder niedrigsten Punkt über dem Horizont, wodurch der Tag am längsten oder kürzesten ist. Bei der Tagundnachtgleiche stehen Tag und Nacht überall auf der Erde nahezu gleich lang zueinander.
Wann ist 2026 die längste und die kürzeste Nacht?
Die kürzeste Nacht liegt zur Sommersonnenwende am 21. Juni 2026, die längste Nacht zur Wintersonnenwende am 21. Dezember 2026 – an diesen beiden Tagen beginnen kalendarisch Sommer und Winter.
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Angaben ohne Gewähr · Titelbild: KI-generiert.